Liebesg´schichten und Heiratssachen
ORF/Roman Zach-Kiesling
7. August 2023

Mit sechs neuen Singles aus Wien, NÖ, Salzburg, Tirol und der Steiermark.

Auch kommenden Montag, am 7. August 2023, um 20.15 Uhr in ORF 2 menschelt es wieder, wenn Nina Horowitz in der fünften Ausgabe der ORF-„Liebesg’schichten und Heiratssachen“ sechs neue Singles auf ihrer Partnersuche begleitet. Mit dabei sind Gerhard, Josefa, Siggi, Angela, Alex und Brigitte aus Wien, Niederösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark. Die drei Damen und drei Herren im Alter zwischen 30 und 79 lassen auf jeden Fall keine Langeweile aufkommen. So schallt es durch Angelas kleines Haus am Wiener Stadtrand regelmäßig „Fun, fun, fun“ von den Beach Boys – dabei sucht die ehemalige Speditionskauffrau mehr als nur Spaß: Ihr neuer Mann sollte ihr auch in Worten sagen, dass er sie liebt und begehrt. Mit Romantik kennt sich der pensionierte Eisenbahner Gerhard besonders gut aus und hat auch schon ausgerechnet, dass es ca. 7.864 Küsse bedarf, um seine zukünftige Traumfrau von Kopf bis Fuß zu liebkosen.

Alle Kandidatinnen und Kandidaten der fünften Folge im Detail:

Gerhard, 73-jähriger Eisenbahner im Ruhestand aus der Steiermark, ist nicht nur ein Frauenversteher und humorvoller Zeitgenosse, sondern auch ein kreativer Rechenkünstler: „Wenn ich meine zukünftige Frau am ganzen Körper küsse, dann sind das zirka 7.864 Liebkosungen. Das ist doch was!“ Die neue Dame an seiner Seite sollte also genug Zeit mitbringen, denn dieses Vorhaben dauert. In jungen Jahren hat Gerhard sich mit besonderer Leidenschaft dem Skibobfahren gewidmet. Er hat es sogar bis in die Nationalmannschaft geschafft. Sein sportliches Können machte ihn auch bei der Damenwelt beliebt. „Damals sind mir die Dirndln nur so nachgerannt“, lacht Gerhard heute verschmitzt. „Ich war dreimal verheiratet. Die erste Frau hat mich in flagranti erwischt, die zweite hab’ ich mit ihrem Liebhaber entdeckt und die dritte war dann die Richtige.“ 44 Jahre lang war der Obersteirer mit seiner dritten Partnerin verheiratet. Leider erkrankte sie schwer und verstarb vor zwei Jahren. Wenn der Witwer an diese schlimme Zeit zurückdenkt, kommen ihm die Tränen. „Aber ich bin jetzt bereit für eine neue Frau.“ Der weltoffene Pensionist weiß auch genau, was die Zukünftige unbedingt mitbringen soll: „Sie muss Spaß verstehen – bitte! Sie soll nicht dreinschauen wie zehn Tage Regenwetter.“ Und, die Neue sollte schon unternehmungslustig sein: „Ich möchte nicht nur zu Hause sitzen und ein Supperl essen. Ich will mit ihr rausgehen und das Leben genießen.“

Ebenfalls aus der Steiermark kommt Josefa, pensionierte 61-jährige Pflegeassistentin. Sie hat ein klares Bild von ihrem Traumpartner vor Augen: „So ein Mann, der aussieht wie der Schlagerstar Gilbert, der würde mir schon gefallen.“ Die Südoststeirerin war auf einigen Konzerten ihres Lieblingssängers. Da darf natürlich auch ein Foto von Gilbert in ihrem Wohnzimmer nicht fehlen, denn man soll ja sein Ziel bekanntlich immer vor Augen haben. „Ich glaube aber leider, dass er vergeben ist. Das macht aber nichts“, schmunzelt Josefa, die ja sowieso die große Liebe, die nur ihr bestimmt ist, finden möchte. Einmal schon hat die Steirerin gedacht, sie gefunden zu haben. „Mit 21 habe ich meinen Mann kennengelernt und geglaubt, dass er der Richtige fürs ganze Leben ist.“ Aber die Beziehung hielt leider nicht. „Wir haben nur noch gearbeitet und nichts mehr gemeinsam unternommen.“ Und so kam es zur Scheidung. Jetzt soll es wieder funken. Josefa ist eine wahre Sportskanone. Sie macht fünfmal in der Woche Sport. Da muss der neue Traummann nicht immer dabei sein. „Aber es wäre wichtig, dass mein zukünftiger Partner auch Katzenliebhaber ist“, erzählt sie Nina Horowitz im Gespräch. Und er sollte zwischen 1,75 m und 1,80 m groß sein. „Ich stehe auf dunkelhaarige Typen, aber er darf ruhig auch grau sein. Außerdem passt kein ruhiger Mann zu mir. Er soll schon wissen, was er mag und nicht immer schweigen.“

Siggi, 79, Oberbrandmeister im Ruhestand aus Tirol, ist eine wahre Frohnatur. Er scherzt und lacht im Interview mit Nina Horowitz, als ob es kein Morgen gäbe. Auf seinem Anwesen findet man alles: Ein Jagdzimmer mit Trophäen, wohin das Auge blickt. Ein Schlafzimmer mit üppigen Deko-Gegenständen. Einen Garten mit Schwimmteich und romantischen Springbrunnen. Doch leider lebt Siggi, seit seine Frau vor einem Jahr verstorben ist, allein in seinem Haus. Mittlerweile hat der Witwer den Schmerz überwunden und freut sich auf eine gemeinsame Zukunft zu zweit. Seine neue Herzdame kann ruhig auch jünger sein, als er. „Zwischen 50 und 65 Jahre alt könnte sie sein. Aber gern auch ein bissl älter.“ Was das Aussehen der Zukünftigen betrifft, hat sich Siggi auch schon so seine Gedanken gemacht: „Eine Ausstrahlung soll sie haben und nicht zu mager sein. Aber auch nicht zu fest.“ Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Mit der Treue hat es der Tiroler in der Vergangenheit nicht immer so genau genommen. Aber, garantiert er im Gespräch: „In Zukunft werde ich treu sein.“ Unlängst, erzählt Siggi, hat sich eine 59-jährige, römische Gräfin für ihn interessiert. „Im Endeffekt war ich ihr aber zu turbulent. Sie wollte mehr Ruhe im Leben haben.“

Angela, 70-jährige Speditionskauffrau in Pension aus Wien, liebt die Beach Boys. Wenn sie ihre Hits hört, schwebt sie im siebenten Himmel. Aber ja, es gäbe schon noch eine Steigerungsstufe – wenn Angela ihre Boys nicht mehr allein hören müsste, sondern zu zweit, das wäre ein Traum! Wenn es um die gemeinsame Zukunft geht, stellt die Wienerin natürlich Ansprüche: „Mir ist wichtig, dass der Mann es schafft, mir auch in Worten zu sagen, dass er mich begehrt und liebt!“ Er soll fest im Leben stehen und wissen, was er will. „Ich bin 70, aber ich hoffe, dass ich auch für jüngere Männer noch attraktiv bin.“ Umziehen möchte die flexible und anpassungsfähige Angela nicht zur Gänze. In ihrem kleinen Haus am Wiener Stadtrand gefällt es ihr sehr gut. „Schreiben kann mir aber ganz Österreich! Alles ist möglich, ein Sommer- und ein Wintersitz: Vielleicht im Frühling und Herbst hier – und im Sommer und Winter in seinem Revier“, lacht die pensionierte Speditionskauffrau. Angela hatte in ihrem Leben oft den Wunsch, abzunehmen. „Einmal habe ich sogar Monate lang nur gekochten Fisch gegessen, obwohl ich Fisch nicht einmal mag“, erzählt die 70-Jährige. „Aber dann denk’ ich mir, wozu lebt man? Genuss ist doch wichtig!“ So soll auch der neue Partner ticken. „Ich will mit meinem neuen Mann über Gott und die Welt plaudern können und Spaß haben.“ „Fun, fun, fun“ – wie im gleichnamigen Song der Beach Boys – lautet also die Devise.

Alex, 30 Jahre, Regionsmanager aus Niederösterreich, will endlich seinen Traummann finden und weiß, dass das am Land nicht ganz so einfach ist wie in der Stadt. Online-Dating hat der Single natürlich ausprobiert, aber die Erfahrungen, die er gemacht hat, waren nicht sonderlich gewinnbringend. „Der Eine wollte mich nur ins Bett bekommen, der Andere hat dauernd von sich geredet, und der Dritte hat gar nichts gesagt.“ Ja, Dating kann schon anstrengend werden, wenn man es ernst nimmt. Und Alex nimmt die Suche nach seinem Traummann nach einer gescheiterten Beziehung sehr ernst. „Ich würde gern die große Liebe finden und eine Familie gründen.“ Der Weinviertler ist ein echtes Wirtshauskind. „Ich wohne über dem Gasthaus meiner Mutter, in dem ich aufgewachsen bin, und das ich auch einmal übernehmen möchte.“ Da sollte der neue Partner natürlich mit von der Partie sein. Was der Zukünftige noch mitbringen soll? „Ich hätte gern einen Mann, der wie ich so an die 1,85 m groß ist und der kräftig genug ist, mich aufzufangen, wenn ich nach einem anstrengenden Tag einfach nur in seine Arme fallen möchte“, schmunzelt Alex. Der gläubige Niederösterreicher ist sehr engagiert in der Pfarrgemeinde. „Ich bin Ministrant, Lektor, Kommunionsspender, Wort-Gottes-Leiter und stellvertretender Vorsitzender vom Pfarrgemeinderat für vier Pfarren.“ Katholisch muss der Zukünftige nicht sein, aber er sollte respektieren, wie Alex lebt, betont er. „Ich respektiere auch, was er macht. Dann geht er halt am Sonntag ins Fitnesscenter und ich in die Kirche.“ Geoutet ist Alex in der gesamten Gemeinde. „Sicher gab es auch Menschen, die nicht damit einverstanden waren, wie ich bin, aber ich habe lange Gespräche geführt und es durchgefochten.“

Brigitte, 77, Physiotherapeutin im Ruhestand aus Salzburg, hat sich auf ihren Reisen schon viele atemberaubend schöne Plätze angesehen, aber leider noch nirgends den Mann fürs Leben gefunden. Von Nepal über Südafrika und die Mongolei bis hin zur Seidenstraße: Brigitte schreckte auch vor abgelegenen Orten nicht zurück. Jetzt will sie sich verlieben. „Es gab natürlich wichtige Männer in meinem Leben, aber mein glückliches Händchen hat da manchmal danebengegriffen. Da waren dann eben auch Hallodris dabei.“ Ihre Freundinnen bezeichnen die Flachgauerin als verrücktes Huhn. „Und manchmal glaub ich selbst, dass ich das bin“, gibt die lebenslustige Single-Dame schmunzelnd zu. Brigittes neuer Partner muss kein Schönling sein. „Naja, eine Kugel soll er nicht haben, aber ob er einen Bart und Haare hat oder auch nicht, ist mir egal.“ Welcher Mann würde der fitten Pensionistin denn gefallen? „Der George Clooney natürlich!“ Im echten Leben ist ihr wichtig, dass der neue Mann gepflegt und kulturell interessiert ist. Und noch etwas fällt ihr im Gespräch ein: „Er braucht keinen Sportwagen haben, weil da komm’ ich schlecht hinein – und schon gar nicht wieder raus“, lacht sie. Mit Langeweile wird der Herr, der das Herz der Salzburgerin erobert, ganz sicher nie zurechtkommen müssen.

Die 27. Staffel von „Liebesg´schichten und Heiratssachen“ ist eine Produktion des ORF, hergestellt von TALK-TV. Nach der TV-Ausstrahlung ist die Sendung sieben Tage via ORF-TVthek (https://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar. Dacapos jeder Folge stehen samstags um 13.30 Uhr in ORF 2 bzw. um 12.15 Uhr in 3sat auf dem Programm. Alle bisherigen Staffeln des Formats gibt es zum Streamen auf Flimmit (flimmit.at). Ebenfalls dort abrufbar ist die Dokumentation „20 Jahre Liebesg’schichten und Heiratssachen – Das Geheimnis des Erfolgs“ aus dem Jahr 2016, die sich auf die Suche nach dem Phänomen des Erfolgsformats begibt.

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